Pressemitteilung zum Erörterungstermin der geplanten beiden Windkraftanlagen „An den Piepen“

Pressemit­teilung der Stadt­teil­gruppe Gröpelin­gen von Bünd­nis 90 / DIE GRÜNEN vom 15.09.2014

Beantragte Wind­kraftan­la­gen „An den Piepen“ nicht genehmi­gungs­fähig

Set­zt man die Instal­la­tions­dat­en des Bun­desver­ban­des WindEn­ergie e.V. per 31.12.2013 in Bezug zur vorhan­de­nen Fläche der Bun­deslän­der, so ergibt sich, daß das Bun­des­land Bre­men mit weit­em Abstand die höch­ste Wind­kraftleis­tung aller Bun­deslän­der instal­liert hat – 50 % mehr als Schleswig-Hol­stein, mehr als das Dop­pelte Nieder­sachens, 5 x mehr als das ver­gle­ich­bare Ham­burg.

Installierte Windkraftleistung Bundesländer Ende 2013

Allerd­ings kann der kleine Stadt­staat Bre­men auf sein­er begren­zten Fläche nicht das Weltk­li­ma ret­ten. Es ist auch wichtig die Inter­essen der Wohn­bevölkerung zu beacht­en. Und hier kön­nte mit ein­er Genehmi­gung der bei­den beantragten Wind­kraftan­la­gen auf der Fläche F in Osleb­shausen „An den Piepen“ der Geset­zes­rah­men über­schrit­ten wer­den.

Laut dem Erörterung­ster­min zur Genehmi­gung der Anla­gen, der am 10.09.2014 von der Gewer­beauf­sicht durchge­führt wurde, wur­den für diesen Stan­dort soviele Lär­mgutacht­en wie nie zuvor beauf­tragt. Das Ergeb­nis ist, das die Anla­gen an diesem Stan­dort in nur ca. 450 Metern Ent­fer­nung zur Wohn­be­bau­ung in der Nacht den geset­zlichen Immis­sion­s­gren­zw­ert von 40 db(A) über­schre­it­en. Nur durch die Lage an der Bun­de­sauto­bahn A27 sowie dessen Zubringer Osleb­shauser Tor und des davon aus­ge­hen­den Fahrlärms rückt eine Genehmi­gung über­haupt in den Bere­ich des gedanklich Möglichen.

Allerd­ings hat die in 19 Nächt­en im Jan­u­ar 2012 durchge­führte „Langzeitmes­sung“ ergeben, das der vorherrschende Lärm in der Zeit von 01:00 bis 03:00 Uhr nicht aus­re­ichen würde, um den Lärm der sich ins­ge­samt 152 Meter über NN erheben­den Wind­kraftan­la­gen im Nennlast­be­trieb zu übertö­nen. Deshalb sollen die Anla­gen fest so pro­gram­miert wer­den, das sie sich in dieser Zeit langsamer drehen, somit leis­er sind und den Gren­zw­ert ein­hal­ten.

Zu beacht­en ist dabei, das die Betrieb­szeit auf 30 Jahre aus­gelegt ist. In 30 Jahren kann viel passieren. Z.B. neue Lär­mvorschriften für Fahrzeuge, das Auf­tra­gen ein­er lärm­re­duzieren­den Fahrbah­n­decke oder der Verkehr auf dem Zubringer kön­nte sich durch den Direk­tan­schluss der K43 an die A281 ver­ringern. Wenn solche Ereignisse ein­treten, soll in der Genehmi­gung eine neue Lär­mmes­sung vorgeschrieben wer­den, die ggf. die nächtliche Herun­ter­regelung der Anla­gen gemäß des reduzierten Fahrlärms ausweit­et. Dies wurde der Zuhör­erschaft im Erörterung­ster­min zuge­sagt. Desweit­eren wird eine neue Lär­mmes­sung jew­eils im Abstand von 3 Jahren in Betra­cht gezo­gen.

Standorte und Lärmmesspunkte Januar 2012

Den­noch bleibt an diesem Stan­dort der Umstand höchst beden­klich, das die Mes­sung in 19 Nächt­en des Jahres 2012 als Rechts­grund­lage für den gesamten Betrieb in 10.950 Nächt­en genom­men wer­den soll. Auch ohne größere externe Ereignisse kön­nte es sein, das z. B. um 00:30 oder um 03:30 Uhr der Auto­bahn­lärm geringer ist als jet­zt in den 19 gemesse­nen Nächt­en, zumal die Lärm­pegel in den angren­zen­den Uhrzeit­en sehr dicht am Gren­zw­ert lagen. Dann wür­den die Anla­gen den gel­tenden Lär­m­gren­zw­ert über­schre­it­en und wür­den rechtswidrig betrieben wer­den. Eine Genehmi­gung hat insofern sicherzustellen, das der Lär­m­gren­zw­ert im Regel­be­trieb nicht nur zu vllt. 99 %, son­dern zu 100 % einge­hal­ten wird.

Das lässt sich nur sich­er­stellen, wenn an diesem hoch­prob­lema­tis­chen Stan­dort eine dauer­hafte Lär­mmes­sung erfol­gt und danach die Wind­kraftan­la­gen sit­u­a­tion­s­ab­hängig ges­teuert wer­den. Dies ist aber laut der Antrag­stel­lerin tech­nisch derzeit nicht möglich. Daher kön­nen nach Auf­fas­sung der Stadt­teil­gruppe Gröpelin­gen von Bünd­nis 90 / DIE GRÜNEN die beantragten Wind­kraftan­la­gen nicht genehmigt wer­den.

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