Integration, Kultur, Arbeit und Wirtschaft vom 19.02.2020

Am Ran­de der Sit­zung wur­de mit­ge­teilt, das es noch Abstim­mungs­be­darf beim geplan­ten Aus­tausch der Stra­ßen­bahn­glei­se im Abschnitt zwi­schen Lin­den­hof­stra­ße und dem Stra­ßen­bahn­de­pot gibt. Von der ca. 2 mona­ti­gen Sper­rung ist ja nicht nur die Längs­rich­tung, son­dern auch eine Rei­he von Neben­stra­ßen mit einer Viel­zahl an Bewoh­nern betrof­fen, für die die PKW-Nut­zung in die­ser Zeit nur erschwert mög­lich sein wird.

Es wur­den dann die kürz­lich durch­ge­führ­ten und noch anste­hen­den Arbei­ten im Klein­gar­ten­ge­biet In den Wischen vor­ge­stellt. Es soll ja ein Rund­wan­der­weg ange­legt wer­den, der vom Wal­ler Feld­mark­see ent­lang vom Maschi­nen­fleet führt, von dort in die Mit­te des Gebie­tes und dann zurück zum See. Dazu gab es einen grö­ße­re Berei­ni­gung am Maschi­nen­fleet, die auch als radi­kal ange­se­hen wer­den kann, weil vie­le Jah­re dort nichts gemacht wur­de. Es sol­len Obst­bäu­me ange­pflanzt wer­den. In Zusam­men­ar­beit mit einem Klein­gar­ten­ver­ein wird auch an einem Ange­bot für Gemein­schafts­gär­ten oder “Garten-WG’s” gear­bei­tet. D.h., zwei oder drei Par­tei­en tei­len sich einen 400 oder 600 qm gro­ßen Gar­ten. Ist man ein­mal im Urlaub, dann kann der “WG-Mit­mie­ter” Arbei­ten über­neh­men und man hat nicht gleich so eine gro­ße Flä­che allei­ne. Eben­falls soll es in einem Klein­gar­ten­weg nach Wal­le einen Rück­schnitt geben, so dass die­ser als Rad­weg genutzt wer­den kann. Es konn­te auch eine Flä­che auf­ge­kauft wer­den, auf der die Her­ku­les­stau­de wütet. Die­se soll ent­fernt und anschlie­ßend soll es auch dort Auf­fors­tun­gen geben. Am 7.6.2020 ist das nächs­te Früh­som­mer­fest — dies­mal mit dem Haupt­ort nicht an der Carl Kroh­ne Stra­ße, son­dern im Wal­ler Bereich.

Haupt­ta­ges­punkt war ein Gespräch mit der Lei­tung des Job­cen­ter West. Abso­lut hat die Anzahl der SGBII-Emp­fän­ger ganz leicht zuge­nom­men, pro­zen­tu­al gab es aber von 2018 auf 2019 einen Rück­gang um etwa 1 %punkt. Die Anzahl der Bedarfs­ge­mein­schaf­ten ist deut­lich stär­ker zurück­ge­gan­gen, d.h. im Schnitt sind mehr bzw. grö­ße­re Fami­li­en im SGB-II-Bezug. Vie­le Struk­tur­da­ten kön­nen auf die­ser Sei­te den Berich­ten der Vor­jah­re mit der Suche “Job­cen­ter” ent­nom­men wer­den — so schnell ändern die sich nicht. Etli­che Ver­mitt­lun­gen gibt es in den Logis­tik­be­reich (auch über Zeitarbeitsfirmen).

Der Betreu­ungs­schlüs­sel liegt i.d.R. wei­ter bei 1 zu 250, wenn man kei­ner der 6 (?) Spe­zi­al­grup­pen ange­hört wie z.B. unter 25 Jah­re oder Selb­stän­di­ge. Der Anteil der Lang­zeit­be­zie­her ist wei­ter sehr hoch und die Akti­vie­rungs­quo­te in die­sem Bereich lei­der nur ein­stel­lig. Trotz­dem gibt es den Kon­takt der Ver­mitt­lung zu allen zuge­ord­ne­ten Per­so­nen — zu den­je­ni­gen mit ech­ten Ver­mitt­lungs­chan­cen bzw. dem Wil­len dazu öfters als zu anderen.

So war die bis­he­ri­ge Ver­mitt­lung in  Jobs nach dem Teil­ha­be­chan­cen­ge­setz eher gering. Nach Lage der Din­ge soll­te man anneh­men, das man meh­re­re hun­dert Men­schen allein im Job­center­be­reich West dafür gewin­nen könnte.

Unser Aus­schuss­mit­glied Johan­nes Bus­ker konn­te über den erhöh­ten Mit­tel­ein­satz für Um‑, Aus- und Wei­ter­bil­dun­gen auch aus sei­nem beruf­li­chen Umfeld als Aus­bil­der im Hand­werk berich­ten. Es wäre wün­schens­wert, wenn noch mehr Kun­den des Job­cen­ters die­se ggü. den Vor­jah­ren ver­bes­ser­te “zwei­te Chan­ce” für sich erken­nen und wahr­neh­men würden.

Als Man­gel stel­le sich wie­der­holt her­aus, das die Sprach­ver­mitt­lung zu spät ansetzt. Es muss bereits bevor das Job­cen­ter zustän­dig wird, im mit­un­ter lan­gen Aner­ken­nungs­ver­fah­ren für Asyl­su­chen­de indi­vi­du­ell pas­sen­de Sprach­schu­lun­gen geben, damit eine spä­te­re Inte­gra­ti­on in den Arbeits­markt erfolg­ver­spre­chend ist. Für EU-Zuwan­de­rer muss die Bun­des­re­gie­rung die Vor­aus­set­zun­gen für kos­ten­lo­se Sprach­schu­lun­gen schaf­fen. Das kos­tet im Zwei­fel nicht mehr als heu­te, weil die Ver­mitt­lung in Arbeit für die Anerkannten/Geduldeten dann schnel­ler erfol­gen kann und die Rück­keh­rer mit Deutsch­kennt­nis­sen zurück­keh­ren, was im Außen­han­del posi­tiv sein kann.

Erläu­tert wur­de, das der Begriff Teil­zeit­aus­bil­dung miß­ver­ständ­lich ist. Die auf­zu­wen­den­de Zeit wür­de dabei nur von 38 auf 32 Stun­den redu­ziert. Im Bereich Allein­er­zie­hen­de will die Lan­des­po­li­tik noch ver­stärk­te Anstren­gun­gen unter­neh­men. Dafür ist es aber auch erfor­der­lich, das es von Sei­ten der Unter­neh­men mehr Rück­sicht auf die Kin­der­er­zie­hung gibt. Das ver­stärk­te Anbie­ten von Betriebs­kin­der­gär­ten — auch in Ver­bün­den — wäre vllt. ein Ansatz. Bis­he­ri­ge Akti­vie­rungs- bzw. Ver­mitt­lungs­ver­su­che in die­sem Bereich sind eher enttäuschend.

Öffent­lich nicht ger­ne ange­spro­chen wird, das nicht jede und jeder Arbeits­lo­se auch wie­der in den ers­ten Arbeits­markt möch­te, wie es Poli­ti­ker vllt. ger­ne anneh­men und sich dann wun­dern, das die Anstren­gun­gen gar nicht zum Erfolg füh­ren. Z.B. soll es bei Allein­ste­hen­den auch kul­tu­rel­le Grün­de geben, die eine Arbeits­auf­nah­me als Mut­ter nicht mehr als üblich anse­hen. Frü­her in den 70iger Jah­ren war auch in Deutsch­land eher die gewohn­te Rol­len­tren­nung “Mann Arbeit, Frau Haus und Kind”. Seit­dem hat sich in Deutsch­land die gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung auch mit einer grö­ße­ren Aka­de­mi­sie­rung hin zu einer ver­stärk­ten Berufs­tä­tig­keit von Frau­en ver­än­dert. Bei Men­schen, die noch nicht so lan­ge in Deutsch­land woh­nen, ist das Rol­len­bild aber manch­mal noch ein anderes.

Mit den bis­he­ri­gen Erfah­run­gen im Job­cen­ter West bei der Zuwan­de­rung aus ande­ren EU-Län­dern soll zum Som­mer hin ein bre­men­weit zustän­di­ges Job­cen­ter am Stand­ort in Wal­le ein­ge­rich­tet wer­den, das nur für die Ein­gangs­be­ar­bei­tung von Anträ­gen von EU-Zuwan­de­rern zustän­dig ist. Ist dort die Anspruchs­be­rech­ti­gung fest­ge­stellt wor­den, dann erfolgt eine Zuwei­sung zu den regio­na­len Job­cen­tern. Dadurch soll­te er Miß­brauch durch Kri­mi­nel­le wei­ter zurück­ge­drängt wer­den können.

Das Job­cen­ter berich­te­te auch, das in der Leis­tungs­ab­tei­lung Neben­kos­ten­ab­rech­nun­gen kei­nes­falls durch­ge­wun­ken wer­den. Das Job­cen­ter sei mit­nich­ten der “Gel­d­e­sel von Vono­via und Co.”, wie manch­mal behaup­tet wird. Man begrüßt dort auch die kürz­li­chen Ent­schei­dun­gen der Bre­mer Gerich­te zu den Modernisierungsumlagen.

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