Dreiste” Grundstückspekulation auch in Gröpelingen?

Kürz­lich war zu lesen, das der Grund­stücks­aus­schuss für die Stadt Bre­men neue Boden­richt­wer­te per 31.12.2020 her­aus­ge­ge­ben hat. Man kann sich die­se auch über eine Inter­net­an­wen­dung kos­ten­los ansehen.

Z.B. für die Sten­dor­fer Stra­ße wird dar­in ein Boden­richt­wert von 290 Euro pro qm für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser und von 300 Euro für Mehr­fa­mi­li­en­häu­ser ange­ge­ben. Sie­he: Boden­richt­wert­kar­te

Schaut man sich dann im Inter­net eini­ge Grund­stücks­in­se­ra­te an, dann kommt man in’s Grü­beln. So wird z.B. seit Mona­ten eine Bau­lü­cke mit 95 qm in der Sten­dor­fer Stra­ße mit einem Ver­kaufs­preis von 150.000 Euro inse­riert: https://www.immobilienscout24.de/expose/124909002#/

Das sind 150.000 Euro / 95 = 1.578 Euro (!) je Qua­drat­me­ter. Und Kauf­ne­ben­kos­ten kom­men noch oben drauf. Bei einem Boden­richt­wert von 300 Euro. Wie kann man das erklä­ren? — Machen wir einen Gedan­ken­feh­ler? — Wir haben mit in Immo­bi­li­en­din­gen erfah­re­nen Men­schen gespro­chen und die sagen uns: Nein.

Es gibt auch von ande­ren Maklern/Eigentümern Bau­lü­cken im Stadt­teil, wo das Baueres­sort eine Bau­pla­nung geneh­migt hat und wo auf die­ser Basis weit mehr als die maxi­mal im Stadt­teil (Lin­den­hof­vier­tel) erreich­ten 400 Euro erzielt wer­den sol­len. Kann man hier von dreis­ter Immo­bi­li­en­spe­ku­la­ti­on aus­ge­hen? Unrea­lis­ti­sche Ange­bo­te in der vagen Hoff­nung “einen Dum­men” oder jeman­den zu fin­den, der Schwarz­geld los­wer­den muss?

Jeden­falls kommt man mit sol­chen Erwar­tungs­hal­tun­gen bei Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­mern eher nicht vor­an beim Abbau der Woh­nungs­not und schon gar nicht zu Mie­ten, die sich “ein Nor­mal­sterb­li­cher” leis­ten kann. Die Mit­ar­bei­ter im Bau­res­sort machen ihre Arbeit, prü­fen und geneh­mi­gen — aber es soll offen­bar gar nicht ernst­haft vom Antrag­stel­ler gebaut wer­den, son­dern der will mit der Pla­nung nur extrem viel Geld machen.

Lei­der haben wir Grü­ne Grö­pe­lin­gen es bis­her auch nicht geschafft, beim The­ma Wohn­raum­schutz­ge­setz und der Wie­der­nut­zung von jahr­zehn­te­lan­gem Woh­nungs­leer­stän­den durch die Ein­set­zung eines Treu­hän­ders wei­ter zu kommen.

Auch unse­re Hoff­nung, mit Blick auf das Land Ber­lin und die dor­ti­gen LINKEN durch den Regie­rungs­ein­tritt von DIE LINKE in Bre­men bei die­sen The­men vor­an­zu­kom­men, hat sich bis­her lei­der nicht erfüllt. Enttäuschend. 🙁

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