Nachdenkliches

Angesichts der seit Wochen anhal­tenden — ja — Dürre, kann man schon in’s Grü­beln kom­men. Der Rasen ver­dor­rt, Obst und Gemüse im Garten wächst nur mit per­ma­nen­ten Gießen, man schwitzt unabläs­sig, die Tiefkühltruhe ist kurz vor dem tech­nis­chen K.O., die kom­mende Wass­er- oder Strom­rech­nung möchte man gar nicht sehen. Aber das sind irgend­wie noch die ger­ing­sten per­sön­lichen Auswirkun­gen.

Land­wirte ste­hen vor ganz harten Zeit­en. Einige mussten wegen Fut­ter­man­gel schon Tiere notschlacht­en.
Wenn es jet­zt nicht abkühlt, soll ein großes Fis­chster­ben in den Flüssen ein­set­zen.
Es ster­ben mehr ältere Men­schen mit den Hitze­fol­gen.
In Bre­men ster­ben mehrere Men­schen beim Baden.

Immer­hin soll es in Bre­men noch genü­gend Trinkwass­er geben. Allerd­ings sollen Bewohn­er z.B. im Ver­den­er Raum auf Bre­men nicht gut zu sprechen sein, weil die Großs­tadt ihnen buch­stäblich “das Wass­er abgräbt”. Wie wird es, wenn auch die näch­sten Früh­linge und Som­mer so wer­den wie in 2018?

Dann dürfte unsere kom­plette bish­erige Lebensweise auf dem Prüf­s­tand ste­hen, weil sich dann mit ein­er Wasser­ra­tionierung einiges ändert. Man kann dazu Berichte aus Südafri­ka lesen, wo die Wasser­ra­tionierung nach dem Aus­bleiben von Regen­fällen bere­its umge­set­zt wurde. “Ein­fach so mal Duschen” ist dann vor­bei. “Der leicht feuchte Waschlap­pen erlebt dann als Alter­na­tive ein Revival.”

SPON bringt dazu heute eine Kolumne mit der Fragestel­lung:
Die Welt nähert sich dem Abgrund, doch statt zu han­deln, steck­en wir den Kopf in den trock­e­nen Sand. Warum weckt der mögliche Unter­gang der Men­schheit so wenig Inter­esse?

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/klimawandel-die-katastrophe-haette-verhindert-werden-koennen-a-1221528.html

Die Fol­gen des Kli­mawan­dels scheinen so erschreck­end und ver­störend zu sein, das viele Men­schen sie lieber nicht wis­sen wollen. Lieber selb­st noch angenehm leben bis man stirbt und die eige­nen Kinder wird es vllt. auch noch nicht tre­f­fen. Die Urenkel … hmmm … zu weit weg.

Wenn große Küsten­städte von der Land­karte ver­schwinden, dann pro­duziert das Flucht­be­we­gun­gen in einem Aus­maß, die wir heute gar nicht erfassen kön­nen und woge­gen die gese­henen Flucht­be­we­gung aus Syrien, Afghanistan und eini­gen Län­dern Afrikas nach uns ger­ing sind.

Wenn große Teile des ländlichen Raums von z.B. Bran­den­burg nicht mehr für den Getrei­dean­bau genutzt wer­den kön­nen, son­dern wie die Münch­en­er Rück­ver­sicherung erwartet allen­falls für den Oliven­bau­man­bau, dann wird allein auch das große Flucht­be­we­gun­gen inner­halb Deutsch­lands aus­lösen.

Fluchtur­sachen bekämpft man nicht, indem man sich selb­st einzäunt, wie es Parteien wie die AfD und andere vorschla­gen.

Den Kli­mawan­del begeg­net man auch nicht mit Leug­nen, wie es ein US-Präsi­dent Trump macht.

Und wenn die aktuelle Bun­desregierung ihre selb­st aufgestell­ten CO2-Einsparziele als unerr­e­ich­bar darstellt, dann kaschiert das nur das jahre­lange unzure­ichende Bemühen auf diesem Gebi­et. Die CSU hat jahre­lang den Strom­leitungsaus­bau block­iert. CDU/CSU/SPD block­ieren den weit­eren Aus­bau der Wind­kraften­ergie auf dem Meer und an Land sowie “auf jedem Dach Solar­mod­ule” und lassen stattdessen die Braunkohlekraftwerke ohne Abbaup­fad weit­er laufen. Weniger Fleis­chkon­sum kann auch ein wichtiger Beitrag zum Kli­maschutz sein — null Ini­tia­tiv­en auf diesem Gebi­et. Usw.

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