Beiratssitzung vom 15.05.2019

Das war die ver­mut­lich letz­te Bei­rats­sit­zung vor der Wahl am 26.5.2019.

Am Anfang der Sit­zung gab es eine Schwei­ge­mi­nu­te für den über Jahr­zehn­te im Bei­rat sehr akti­ven und kürz­lich ver­stor­be­nen Hel­mut Kas­ten.

Die neue Lei­te­rin des Poli­zei­re­viers Grö­pe­lin­gen stell­te sich offi­zi­ell kurz vor. Am Poli­zei­re­vier sind die Zustän­dig­keit für die Kon­takt­po­li­zis­ten und die Ver­kehrs­sach­be­ar­bei­tung ver­blie­ben. Der ehe­ma­li­ge Poli­zei­re­vier­lei­ter ist jetzt eine Art Lei­ter für Ope­ra­ti­ve Lagen im gesam­ten Bre­mer Westen.

2 Ver­tre­ter des Sozi­al­ver­ban­des mach­ten in einem Bür­ger­an­trag auf 2 Din­ge aufmerksam:

  1. Es wird wohl häu­fi­ger, das Geh­we­ge (von Trans­por­ten oder über­brei­ten Autos) so zuge­parkt wer­den, das älte­re Men­schen mit Rol­la­tor nicht mehr pas­sie­ren kön­nen. Das ist ein The­ma, was in der neu­en Legis­la­tur­pe­ri­ode stadt­weit ange­gan­gen wer­den muss. Der­zeit ist es so, das die Ver­kehrs­über­wa­chung prak­tisch nur in der Innen­stadt aktiv ist und nur auf Anfor­de­rung aus den Stadt­tei­len auch dort kontrolliert. 
  2. Strom­ab­schal­tun­gen der swb. Es soll Fäl­le geben in denen kei­ne aus­rei­chen­de Infor­ma­ti­on an älte­re Men­schen erfolgt, die z.B. in einem elek­trisch betrie­be­nen Bett lie­gen oder sonst­wie auf Strom ange­wie­sen sind. Ob es zutrifft und wie das geän­dert wer­den könn­te, ist unklar. Was machen, wenn die Post nicht gele­sen wird? Beschlos­sen wur­de, das das Orts­amt an die swb schreibt.

Aus dem Bei­rat gab es dann 11 ver­schie­de­ne Beschlussvorlagen:

  • Haus­halts­an­trä­ge für die Offe­ne Jugend­ar­beit für unter 12jährige und für die Auf­sto­ckung der Orts­äm­ter um 0,5 Per­so­nal­ein­hei­ten pro Stadtteil.
  • Benen­nung des Weges zwi­schen Schwar­zen Weg und Ernst-Wald­au-Stra­ße (?) nach dem kürz­lich ver­stor­be­nen lang­jäh­rig in Grö­pe­lin­gen für die Grü­nen akti­ven Hel­mut Kas­ten. Zu sei­nen blei­ben­den Leis­tun­gen hat­ten wir hier bereits etwas geschrieben.
  • Abfall­ent­sor­gung in Grö­pe­lin­gen — ein typi­scher “nega­ti­ver Rund­um­schlag-Antrag” von DIE LINKE. 😉 Er war u.a. uns Grü­nen zu unkon­kret und wur­de zurück­ge­stellt. Z.B. ver­fügt die Bre­mer Stadt­rei­ni­gung erst seit Febru­ar über die Schu­lungs- und Auf­klä­rungs­teams. Wenn man Mül­le­cken sieht, müs­sen die­se auch von den Bür­gern kon­se­quent gemel­det wer­den. Erst wenn dann nichts pas­siert, kann man meckern. 
  • Aus­wei­tung der Fahr­zei­ten des Quar­tiers­bus Linie 82.
  • Ersatz­bau Spiel­haus Bex­hö­ve­der Stra­ße — Befas­sung im Bauausschuss.
  • Jugend­kir­che erhalten.
  • Wir Grü­ne stell­ten Anfra­gen an das Bau­res­sort zum Eisen­bah­ner­wohn­heim Schwar­zer Weg 141 und zum Frei­grund­stück Sta­pel­feldt­stra­ße ggü. der Hal­te­stel­le Use Akschen.
  • Antrag “Mehr Licht in’s Dun­kel brin­gen” zu einer ver­stärk­ten Aus­leuch­tung eini­ger Orte im Stadt­teil.
  • Zustimm­mung zur Ver­län­ge­rung der KiTa-Mobil­bau­stand­or­te Schwar­zer Weg und Auf den Heu­en auf 5 Jahre.

WIR GRÜNEN GRÖPELINGEN konn­ten dann end­lich den Tages­ord­nungs­punkt BREBAU ver­wirk­licht sehen. Die BREBAU hat bis­her 5 Jah­re lang je 5,6 Mio. Euro in die kom­plet­te Erneue­rung ihres Immo­bi­li­en­be­stan­des in Grö­pe­lin­gen — über­wie­gend im Ohlen­hof­quar­tier gele­gen — inves­tiert. Die­ser Betrag wird 2019 bis 2023 auf je über 9 Mio. Euro gestei­gert. Wenn man sich die sanier­ten Woh­nun­gen im Bereich Greifs­wal­der Stra­ße anschaut, dann meint man es ist ein Neu­bau. Unglaublich!

Die BREBAU hat einen Pool an ca. 25 Woh­nun­gen, in die Mie­ter eines zur Sanie­rung anste­hen­den Hau­ses eini­ge Mona­te umzie­hen kön­nen bzw. müs­sen. Nach Mög­lich­keit wird Mie­tern auch ein dau­er­haf­ter Umzug in eine bereits sanier­te Woh­nung offe­riert bzw. die Bre­bau lässt frei­ge­wor­de­ne und zur Sanie­rung anste­hen­de Woh­nun­gen eini­ge Mona­te leerstehen.

Nach Berech­nun­gen der BREBAU dürf­ten die Moder­ni­sie­rungs­kos­ten so auf die Mie­te umla­ge­fä­hig sein, das die Mie­te um ca. 5,10 Euro pro qm stei­gen wür­de — mehr als eine Ver­dopp­lung. Ange­ho­ben wird die Mie­te für die Bestands­mie­ter aber im Rah­men der Moder­ni­sie­rung nur um 1,50 Euro je qm. D.h. man könn­te sich eher in einem Zeit­raum von 40 Jah­ren+ bewe­gen in dem die Kos­ten wie­der ver­dient wer­den. Die Kalt­mie­te soll dann im Bereich um 5,x Euro lie­gen (ohne neue Ter­ras­sen bei den Woh­nun­gen in der Greifs­wal­der Stra­ße). Es wur­de uns von einem Mie­ter eine Warm­mie­te von 10 Euro berich­tet für eine 40 qm gro­ße 2‑Zim­mer-Woh­nung — inkl. einer neu­en sehr gro­ßen Ter­ras­se von ca. 15 qm. Für qua­si Neu­bau­stan­dard voll o.k.

Die im Rah­men der Kom­plett­sa­nie­rung geschaf­fe­nen neu­en Dach­woh­nun­gen wer­den bis­lang teu­rer ver­mie­tet. In den Inter­net­an­ge­bo­ten kommt man auf 13, 14 Euro pro qm Warm­mie­te. Auf unse­re Fra­ge hin wur­de von den BRE­BAU-Ver­tre­tern zuge­ge­ben, das das “sport­lich” sei und sie selbst über­le­gen den Preis (bei wei­te­ren Umbau­ten) zu reduzieren.

Ange­schlos­sen wird der Bereich an das vor­han­de­ne Fern­wär­me­netz. Also kei­ne Eta­gen­hei­zun­gen oder gar Koh­len­hei­zun­gen wie es sie dort noch teil­wei­se geben soll.

Maxi­mal darf die Mie­te in Bre­men inner­halb von 3 Jah­ren um 15 % erhöht wer­den — bis zur orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te. Die BREBAU hat sich nach den Wor­ten der Ver­tre­ter eine inter­ne Gren­ze von 9 % gesetzt.

Nach der BREBAU stell­te auch der Ver­tre­ter der GEWOBA sein Unter­neh­men in Grö­pe­lin­gen kurz vor. Sie machen kei­ne Kom­plett­sa­nie­run­gen, weil sie lau­fend moder­ni­sie­ren — ein freund­schaft­li­cher Sei­ten­hieb unter Bran­chen­kol­le­gen. 😉 Aus Ihrer Sicht rech­net sich der Auf­wand für den Ein­bau von Dach­ge­schoss­woh­nun­gen in ihre Woh­nun­gen der Back­stein­häu­ser etwa rund um die Pose­ner / Kali­scher Stra­ße nicht. Der durch­schnitt­li­che Miet­preis der Gewo­ba für die Kalt­mie­te in Grö­pe­lin­gen soll um 6 Euro lie­gen. Eine Außen­däm­mung der o.g. Back­stein­häu­ser wer­den sie nicht vor­neh­men. Fahr­stüh­le sind in den klei­nen Häu­sern nicht ein­bau­bar. Auf das Set­zen von bar­rie­re­frei­en Häu­sern in die Gär­ten haben sie bis­her auch ver­zich­tet, weil das für die übri­gen Bewoh­ner zu nach­tei­lig wäre.

Ins­ge­samt kann man aus unse­rer Sicht fest­stel­len, das die Anbie­ter Gewo­ba und Bre­bau rela­tiv güns­ti­ge Woh­nun­gen bie­ten. Auch bei der viel geschol­te­nen Vono­via ist das zumin­dest bei der Kalt­mie­te der Fall. Mit der Espa­bau steht noch ein Ter­min aus. Die wirk­li­chen Pro­be­me tre­ten eher bei pri­va­ten Ver­mie­tern auf, wo eini­ge ganz klar die Dol­lar­zei­chen im Auge haben. Das teu­ers­te Ange­bot was wir bis­her im ebay-Klein­an­zei­ger gese­hen haben waren 57 Euro pro qm Warm­mie­te (!) für das Mit­woh­nen in einem 7 qm gro­ßen Zim­mer. Hof­fent­lich ist dar­auf nie­mand ein­ge­gan­gen. Aber auch Mie­ten über 20 Euro warm pro qm sind da kei­ne Seltenheit.

Dann gab es noch Vor­stel­lun­gen zu anste­hen­den Glo­bal­mit­tel­an­trä­gen vom Jugend­frei­zeit­heim Oslebs­hau­sen und zum Klet­ter­bun­ker Mäh­lands­weg, über die im nicht-öffent­li­chen Teil der Sit­zung ent­schie­den wurde.

Zum Schluss wur­den die nicht mehr für den nächs­ten Bei­rat kan­di­die­ren­den Bei­rats­mit­glie­der mit einem Blu­men­strauß ver­ab­schie­det. Das trifft auch auf unser Bei­rats­mit­glied Anne Höl­ting zu, die trotz­dem nach 8 Jah­ren Bei­rats­ar­beit das nur wei­ter­emp­feh­len kann, weil man eben sehr viel erfährt über den Stadtteil.

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