In den letzten Wochen gab es 3 bemerkenswerte Meldungen, die das Leitthema der Elektrifizierung und den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stadteil enorm anschieben werden.
Die erste Meldung betrifft die Absicht der BSAG im Industriehafen einen neuen Betriebshof für Elektrobussse zu bauen:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/bremen-bsag-bau-neuer-betriebshof-100.html
Den Bildern nach müsste es sich um das ehemalige Trasco-Gelände im Kurvenbereich eingangs der Hüttenstraße handeln. Oder nebenan. Die Finanzierung dafür ist aktuell noch nicht gesichert. Klappt es, dann ist es eine sichtbare Veränderung in Richtung Elektrifizierung im Verkehr. Man kann ja bereits heute auf den Linien nach Bremen-Nord mit einem Elektrobus fahren und vor allem den Lärmunterschied hören.
Die zweite Meldung betrifft die Absicht von ArcelorMittal, einen Batteriespeicher auf ihrem Gelände zu bauen:
https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/bremen-stahlwerk-investitionen-batteriespeicher-100.html
Dafür plant man eine Realisierung bereits bis Herbst 2027 — also in 1,5 Jahren. Der Batteriespeicher soll eine Speicherleistung von 50 MWh und eine Ein-/Ausspeicherleistung von 25 MW erreichen.
Mehr als 3 x größer soll der zweite Batteriespeicher ausfallen, den die swb auf dem Gelände des Hafenkraftwerks errichten will. Und dieser Bau fällt noch viel sinnbildlicher für die grüne Zeitenwende aus, denn er soll auf einer Fläche enstehen, auf der zuvor die Kohle für das abgeschaltete Kohlekraftwerk gelagert wurde.
Hier soll eine Fertigstellung bis Anfang 2028 erfolgen. Dieser Batteriespeicher soll eine Speicherleistung von 170 MWh und eine Ein-/Ausspeicherleistung von 85 MW erreichen.
Hintergrund ist, das an guten Tagen Strom aus Photovoltaik und/oder Windkraftanlagen mittlerweile in solch einem Umfang anfällt, das er auch im europäischen Verbundnetz nicht sinnvoll verbraucht werden kann. Am 1. Mai 2026 z.B. lag deshalb der Strompreis bei fast minus 0,50 Euro. Wenn man einen flexiblen Stromtarif hat, dann konnte man also mit der Abnahme dieses Stroms bis zu 0,50 Euro/kWh verdienen. Es gibt auf Youtube findige Leute, die dann Stromverbraucher wie Heizlüfter bis zur Leistungsfähigkeit ihres Hausanschlusses angeschaltet und damit dann Geld verdient haben. Ein Irrsinn — aber der Ausbau der Netzinfrastruktur, der Smartmeter in den Haushalten und der Batteriespeicher hat halt nicht Schritt gehalten mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien. So kommt es an Sonn- und Feiertagen, wo der Stromverbauch viel niedriger ist, eben zu solchen Ereignissen.
Die sehr niedrigen Kosten für Strom aus Photovoltaik und der extreme Preisrückgang für Batteriespeicher hat schon seit einigen Jahren dafür gesorgt, das Privathaushalte zu ihren Solarmodulen auch einen Batteriespeicher nutzen. Damit können sie Sonnenstrom speichern und auch in der Nacht z.B. für den Kühlschrank nutzen. Auch der Schreiber hier macht das und es funktioniert problemlos. Die großen Schwankungen in der Stromerzeugung wollen die beiden o.g. Investoren und viele mehr eben jetzt auch nutzen und bauen (sehr) große Batteriespeicher.
Geschieht das auf unterschiedlichen Netzebenen — vor Ort im Haus, in einer Straße, in einer Stadt — so kann man Strom auch regional speichern und braucht am Ende weniger neue Stromleitungen quer durch die Bundesrepublik. Man hat also auch einen deutlichen Einspareffekt.
Das sind tolle Beispiele, wie die langfristig angelegte Politik von Bündnis 90 / DIE GRÜNEN unser aller Leben positiv verändert. Wer wie der Herr Söder von der CSU hingegen von neuen kleinen Kernkraftwerken faselt, wie der Herr Spahn von der CDU von der Reaktivierung längst im Rückbau befindlicher Kernkraftwerke phantasiert, der meint Sie wären dumm. Das ist nichts als sehr teurer Quatsch.
Noch schlimmer sind die geistigen Tiefflieger der Apokalypse für Deutschland, die offenbar von nichts ein wirkliche Ahnung haben.
Strom aus Photovoltaik und Windkraft sind die mit Abstand günstigsten Energien. Gerade die kleinteilige Photovoltaik kann heute fast jeder — auch als Mieter! — für wenige hundert Euro nutzen und so auf Sicht merkbar Stromkosten einsparen. Selbst mit dem Zusatz einer Batterie rechnet es sich heute in wenigen Jahren. Und die o.g. Investitionen als nur Batteriespeicher im Netz wird sich für die beiden Unternehmen auch in wenigen Jahren rechnen. Deshalb wird auch von denen — und anderen Investoren bundesweit — auf’s Tempo gedrückt.
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