Die Vergabe der Mittel für die Jugendarbeit wurde verändert. Bis letztes Jahr (?) waren dafür noch die Ämter für Soziale Dienste auf Ebene der Stadtteile in Verbindung mit den jeweiligen Stadtteilbeiräten in sogenannten Controllingauschüssen zuständig. Kam es da zu keiner Einigung, dann musste die Jugendbehörder bzw. das Sozialressort entscheiden. Es kam dann öfters auch über die Medien zu eskalierenden Fällen. Die Beiräte sahen sich teilweise als Sündenböcke, die für die Verteilung als nicht ausreichend empfundener Mittel herhalten mussten. Durch das mehrstufige Verfahren hatten aber auch die Träger der Jugendarbeit keine Rechtssicherheit, wenn erst zur Mitte eines Jahres die Gelder feststehen.
Jetzt wurde diese Vergabe geändert und die regionalen Ämter für Soziales entscheiden über die Mittelvergabe. Offenbar aber nicht mehr auf Stadtteilebene, sondern auf Ebene der Zuständigkeit der Ämter für mehrere Stadtteile. Die Gesamtmittel wurden erhöht — trotzdem gibt es Kritik und in den Stadtteilen auch Angst. Das betrifft auch die Ohlenhoffarm in der Nähe des Wohngebietes Auf dem Kruge bzw. der JVA.
In Gröpelingen war es so, das die vier großen Einrichtungen — die beiden Freizeitheime, das Mädchenhaus und die Ohlenhoffarm — die letzten Jahre den Großteil der Mittel — ca. 90 % — bekommen haben. Jetzt erfolgt offenbar eine Aufteilung der Mittel für 2027 in eine geringer dimensionierte institutionelle Förderung für z.B. o.g. Einrichtungen und dazu eine Förderung über Projektmittel, auf die sich diese Einrichtungen und auch andere Anbieter in der Jugendarbeit bewerben können. Das Sozialressort sagt, das beide Komponenten zusammen wieder in etwa der Höhe der vorherigen Förderung entsprechen könnten. Aber eine Sicherheit gibt es eben so auch wieder nicht und das wirft Zukunftsangst bei manchen Einrichtungen auf.
Zudem gibt es den Umstand, das die Angebote der Jugendarbeit auch neu definiert wurden. Z.B. sagt man, das diese erst ab 14 Uhr beginnen können, da die Jugendlichen bis dahin mindestens in der Schule wären. Hat man auf z.B. einer Farm Tierhaltung, dann kann man bei den Tieren nicht mit der Fütterung und Pflege bis 14 Uhr warten. Dito wenn man Angebote für “durch das Raster gefallene” Jugendliche anbietet, wo die Finanzierung durch das Bildungsressort im Wege der Schulvermeiderprojekte (noch) nicht zwingend gegeben ist.
Hier bedarf es noch einiger praxisorientierter Klärungen in den nächsten Monaten.
Artikel kommentieren