Wohnraumschutzgesetz — konkrete Umsetzung in 2022

Mit der Neu­fas­sung des Bre­mi­schen Wohn­raum­schutzg­set­zes muss leer­ste­hen­der Wohn­raum der Behör­de ange­zeigt wer­den. Wir gehen davon aus, das dies noch nicht in der Brei­te bekannt ist.

Des­halb haben wir selbst die Initia­ti­ve ergrif­fen und qua­si als Dienst­leis­tung für die Eigen­tü­mer bis­her 17 meist seit vie­len Jah­ren leer­ste­hen­de Woh­nun­gen und Häu­ser im Stadt­teil dem zustän­di­gen Mit­ar­bei­ter im Bau­res­sort gemel­det. Viel­leicht sind auch 1, 2 Objek­te dar­un­ter, die tat­säch­lich gar nicht leer­ste­hen und nur von außen betrach­tet den Anschein erwe­cken. Schließ­lich kann jeder auch ver­wahr­lost leben oder ohne Gar­di­nen, Rol­la­den, Licht etc.. Vor Feh­lern ist nie­mand geschützt. Aber wir den­ken, das wir bei allen bis­her genann­ten Objek­ten rich­tig liegen.

Uns sind noch wei­te­re leer­ste­hen­de Woh­nun­gen und Häu­ser bekannt, die von außen betrach­tet aller­dings nicht als sol­che zu erken­nen sind. Von deren Mel­dung haben wir erst­mal abge­se­hen, da wir den Fort­gang bei den o.g. Woh­nun­gen und Häu­sern abwar­ten wol­len. Es macht ja kei­nen Sinn, der Behör­de sovie­le Nen­nun­gen zu machen, das die die­se gar nicht zeit­nah mit Kon­tak­ten zu den Eigen­tü­mern, neu­tra­ler Hin­weis­ge­bung zur Nut­zung und ggf. Ein­lei­tung von Buß­geld­ver­fah­ren bear­bei­ten kann.

Unse­re Erwar­tung ist, das wenn nicht alle, so doch etli­che Leer­stän­de bis zur Jah­res­mit­te 2022 wie­der genutzt wer­den bzw. Sanie­rungs­ar­bei­ten für die anschlie­ßen­de Nut­zung ergrif­fen wur­den. Sicher wird auch man­cher der Eigen­tü­mer ein Buß­geld­ver­fah­ren (mehr­mals! bis zu 100.000 Euro sind mög­lich) in Kauf neh­men. Aus Daten­schutz­grün­den kön­nen wir nur jeweils vor Ort von der Stra­ße aus die Ent­wick­lung beobachten.

Soll­te das nicht der Fall sein, muss man auch die Novel­lie­rung des Geset­zes lei­der ohne eine Treu­hän­der­re­ge­lung als erneut “hal­ben Kram” betrach­ten und auf die Auf­nah­me einer Treu­hän­der­re­ge­lung pochen, wie es sie auch in ande­ren Bun­des­län­dern bereits gibt. War­um das nicht auch in Bre­men gleich gemacht wur­de, dafür haben wir wei­ter kein Ver­ständ­nis. Nun denn — die Immo­bi­li­en sind gemel­det und jetzt bleibt uns nur abwarten.

Gewerbeentwicklungsplan 2030 geht endlich in die Beiratsbefassung

Die Press­mit­tei­lung dazu: https://www.senatspressestelle.bremen.de/pressemitteilungen/gewerbeentwicklungsprogramm-gep-2030-leitlinien-und-entwicklungsziele-oeffentlich-diskutiert-376168

Erstaun­lich ist erneut, das die Abfall­wirt­schaft als wich­ti­ge Bran­che in Bre­men kei­ne Erwäh­nung fin­det. Und es bleibt unklar, ob im Plan auch Flä­chen für eine Neu­an­sied­lung einer Müll­de­po­nie vor­ge­se­hen sind oder nicht, wenn die der­zei­ti­ge Müll­de­po­nie im Block­land im Jahr 2030 voll­stän­dig genutzt sein soll. Das sind 2 The­men, die nach­be­ar­bei­tet gehören.

Weitere Funde vollständiger Gräber an der Reitbrake

https://www.senatspressestelle.bremen.de/pressemitteilungen/weitere-funde-vollstaendiger-graeber-an-der-reitbrake-376072

Die Fun­de bele­gen, das die Lan­des­ar­chä­lo­gie mit ihrer Erfah­rung äußerst gewis­sen­haft vor­geht und auch an der rich­ti­gen Stel­le gräbt. Das wur­de im Vor­feld von man­chem auch anders gese­hen. Dazu bei­getra­gen hat auch die akri­bi­sche Vor­ar­beit mit der Ein­sicht­nah­me in teil­wei­se bis­her nicht ver­füg­ba­re Doku­men­te im In- und Ausland.

Es gilt aus unse­rer Sicht wei­ter abzu­war­ten, bis die Gra­bun­gen aus Sicht der Lan­des­ar­chä­lo­gie als voll­stän­dig durch­ge­führt gel­ten. Ein Datum dafür kann es und gibt es dafür nicht. Dann muss man die Reak­tio­nen aus den Her­kunfts­län­dern abwar­ten. Bis­lang sol­len die iden­ti­fi­zier­ten Opfer wohl nur aus 2 Län­dern kom­men. Bekannt ist aus den Umbet­tun­gen direkt nach der Nach­kriegs­zeit, das es Opfer aus noch mehr Län­dern gibt, die vor dem Zer­fall der Sowjet­uni­on als ein Land galten.

Bezüg­lich dem anvi­sier­ten Bau der Bahn­werk­statt auf dem Gelän­de soll wohl jetzt im Früh­jahr der Bau­an­trag von Als­tom gestellt wer­den. Das soll­te eigent­lich noch in 2021 gesche­hen, ist es u.W. aber doch noch nicht. All­ge­mein wird von einem Jahr Geneh­mi­gungs­zeit aus­ge­gan­gen. Dann muss noch gebaut werden.

Inso­fern wird es viel­leicht auch lang­sam Zeit, das eine Antrag­stel­lung erfolgt. Bzw. es ist bereits högschte Eisen­bahn, wenn Als­tom doch noch auf eine Alter­na­tiv­flä­che umschwen­ken und die Risi­ken der aktu­ell in’s Visier genom­me­nen Flä­che ver­mei­den will. Was aus Sicht der Anwoh­ner aller­dings nega­tiv wäre, denn nur mit dem Bau der Bahn­werk­statt bekom­men sie einen bes­se­ren Lärm­schutz als heu­te gege­ben. Nimmt der Güter­ver­kehr mit der anvi­sier­ten Ver­la­ge­rung von der Stra­ße auf die Schie­ne so zu, dann haben die Anwoh­ner kei­nen Anspruch auf Lärmschutz.

Irgend­wie ist die Situa­ti­on vor Ort “ver­kehr­te Welt”. Denn über­all in der Bun­des­re­pu­blik gibt es Anwoh­ner­initia­ti­ven, die für einen bes­se­ren Schutz vor Bahn­lärm ein­tre­ten und sich z.B. gute Lärm­schutz­wän­de wün­schen. Auch in Bre­men. Hier vor Ort An der Fin­ken­au soll das mög­li­cher­wei­se gesche­hen — und flugs bil­det sich eine Bür­ger­initia­ti­ve dage­gen. Es scheint nur noch “ein Haupt­sa­che dage­gen” zu geben. Das macht Kom­mu­nal­po­li­tik zum Woh­le der Bür­ger schon sehr anstrengend. 🙁

Meldung: DB und Nord-Bundesländer schließen Bündnis für schnelleren Schienenausbau

• Bre­men, Ham­burg, Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Nie­der­sach­sen, Schles­wig-Hol­stein und die DB unter­zeich­nen MoU zur „Zukunft Schie­ne Nord“
• 30 Mil­li­ar­den Euro bis 2030 für die För­de­rung und Beschleu­ni­gung des Schienenausbaus
• Stär­kung von Nah‑, Fern- und Güterverkehr 

Zur Mel­dung der Deut­schen Bahn AG: https://www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_zentrales_uebersicht/Gemeinsam-besser-DB-und-Nord-Bundeslaender-schliessen-Buendnis-fuer-schnelleren-Schienenausbau–7037716

Das ist eine Ent­wick­lung, die gera­de auch für den Logis­tik- und Indus­trie­stand­ort Bre­men wich­tig ist. Und somit auch für Grö­pe­lin­gen und umzu, in dem vie­le Indus­trie­be­trie­be ansäs­sig sind und wo sich viel­leicht auch noch mehr Logis­tik­be­trie­be ansie­deln wer­den, weil die­se mit dem Weser­tun­nel näher an das GVZ kommen.

Es geht dabei nicht nur um den Per­so­nen­ver­kehr, son­dern auch um den Güter­ver­kehr. Und dafür ist es not­wen­dig, das man heu­te bereits in Zeit­räu­men von plus 10 oder gar plus 20 Jah­ren denkt. Das heisst für Grö­pe­lin­gen, das man mit einer Zunah­me des (nächt­li­chen) Güter­ver­kehrs auch auf den Schie­nen der Hafen­bahn rech­nen muss. Und sei es als Dienst­leis­tung für ande­re Bahn­be­trie­be, wie man es in den letz­ten Mona­ten bereits auf den Glei­sen in Grö­pe­lin­gen mit sehr vie­len Auto­trans­port­wa­gen sehen konnte.

Ein Blick nach New York

Ein Blick in das Aus­land scha­det nie — auch in Bei­rat hat­ten wir ja kürz­lich eine Dis­kus­si­on, als es um die Zen­tral­kreu­zung in Oslebs­hau­sen ging.

(Auch) in New York voll­zieht sich gera­de im Zuge von Coro­na offen­bar eine klei­ner Ände­rung und es gibt wesent­lich mehr Las­ten­fahr­rä­der. Auf der berühm­ten Brook­lyn Bridge wur­de eine abge­trenn­te Rad­spur ein­ge­rich­tet — wie im Video kurz zu sehen. Man sieht auch eine Viel­zahl an unter­schied­li­chen Las­ten­rä­dern. Und es wer­den auch kurz die Pro­ble­me wie feh­len­de siche­re Park­flä­chen ange­spro­chen, da die Stadt ja dicht und hoch bebaut ist und man z.B. ein Urban Arrow Las­ten­fahr­rad nicht groß­ar­tig Trep­pen rauf- oder run­ter­be­we­gen kann. Auf­fäl­lig ist wei­ter die Nut­zung offen­bar über­wie­gend für den Kin­der­trans­port. Die älte­re Genera­ti­on tut sich dem Video nach schwe­rer mit der kli­ma­na­ge­pass­ten Umstel­lung der Mobi­li­tät und z.B Ein­käu­fen per E‑Lastenfahrrad, obwohl dies auch für sehr vie­le älte­re Men­schen mög­lich sein soll­te, die noch selbst ein Auto fah­ren können.

Nichts Politisches: Kleine Hilfe für die Ein- und Ausgaben

Gera­de in Grö­pe­lin­gen ist der finan­zi­el­le Reich­tum nicht weit ver­brei­tet. Hat man wenig Ein­nah­men, dann muss man mit den Aus­ga­ben um so mehr haus­hal­ten. Ein hand­schrift­li­ches Haus­halts­buch ist gut — aber man hat am Jah­res­en­de damit nie den Über­blick, den man mit einem Aus­ga­ben­pro­gramm hat. Und das ist ja das Wesent­li­che: Am Jah­res­en­de ana­ly­sie­ren zu kön­nen, wo das ein­ge­nom­me­ne Geld geblie­ben ist und was man im nächs­ten Jahr viel­leicht ändern kann oder sollte.

Unser Bei­rats­mit­glied Die­ter Stein­feld führt als gelern­ter Kauf­mann seit über 35 Jah­ren auch eine pri­va­te klei­ne Buch­hal­tung über sei­ne Ein- und Aus­ga­ben. Dazu nutzt er ein Finanz­pro­gramm. Es geht aber auch viel leich­ter mit einer ein­fa­chen Tabel­len­kal­ku­la­ti­on. Will man das auch machen, steht man am Anfang häu­fig vor einem lee­ren Tabel­len­blatt und weiss nicht so recht wie man es machen soll. Und gibt viel­leicht doch wie­der auf mit dem guten Jahresvorsatz.

Dafür gibt es — Tusch TARA! — eine schö­ne klei­ne Excel-Tabel­le über die­sen Verweis

Man kann die Tabel­le sowohl zur Jah­res­pla­nung für die Zukunft, als auch zur täg­li­chen (wöchent­li­chen) Notie­rung sei­ner Ein- und Aus­ga­ben nut­zen und bekommt so eine ers­te gute Über­sicht über sein Ein- und Aus­ga­ben­ver­hal­ten bzw. sei­ne Finanzen.

Die Tabel­le ist dabei absicht­lich ein­fach gehal­ten — aber der prak­ti­sche Nut­zen ist dann doch erstaunlich!

Eine kur­ze Erläu­te­rung zur Hand­ha­bung der Tabelle:

Bei­spiel­fo­to des Übersichttabellenblattes:

E_A_Buchhaltung_Leerdatei

Die Datei besteht aus einem Über­sichts­blatt in dem man auch die fes­ten Ein- und Aus­ga­ben ein­trägt. Dafür gibt es 5 Ein­nah­me- und 9 Aus­ga­be­ka­te­go­rien. Das kön­nen z.B. das Gehalt oder die Hart­z4-Bezü­ge sein, Kin­der­geld, Mini-Job … . Bei den Aus­ga­ben sind es die (monat­lich) anfal­len­den fes­ten Kos­ten wie Mie­te, Tele­fon, GEZ, Ver­si­che­run­gen … . Natür­lich kann man monat­li­che Abwei­chun­gen wie etwa Nach­zah­lung von Strom- oder Heiz­kos­ten auch dort über die Zah­len­ein­ga­ben unter­schied­lich eingeben.

Dann gibt es mit dem Über­sichts­blatt ver­knüpf­te 12 Tabel­len­blät­ter für die Mona­te Janu­ar — Dezem­ber, in denen man die täg­li­chen Aus­ga­ben wie­der ver­teilt auf bis zu 10 Kate­go­rien ein­trägt. Die Namen der Kate­go­rien trägt man dabei im Über­sichts­ta­bel­len­blatt ein und sie wer­den dann in die Monats­blät­ter über­nom­men. Eben­so wer­den die Monats­sum­me die­ser 10 Kate­go­rien in das über­sichts­blatt überommen.

Dann gibt es noch ein Tabel­len­blatt für fle­xi­bles Ein­kom­men, was über die 5 fes­ten Ein­nah­me­ka­te­go­rien hin­aus­geht. Das wird wohl in der Pra­xis weni­ger häu­fig gebraucht werden.

Als letz­tes Blatt gibt es noch eine gra­fi­sche Übersicht.

Bei­spiel­haft sind eini­ge Daten im Über­sichts­blatt und für den Mona­te Janu­ar vor­ge­tra­gen, um das Prin­zip noch bes­ser zu ver­ste­hen. Die­se kön­nen ein­fach gelöscht werden.

Man kann die Anzahl der Kate­go­rien nach Auf­he­bung des Blatt­schut­zes (kein Kenn­wort) durch Erwei­te­rung der Kate­go­rien auch ver­grö­ßern — dann passt das Bild der Jah­res­über­sicht in 100%-Ansicht aber nicht mehr voll auf eine übli­che Moni­tor­sei­te. In Sum­me 19 ver­schie­de­ne Aus­ga­be­ka­te­go­rien — das dürf­te für den Anfang genü­gen. Man kann ja zusam­men­fas­sen z.B. in “Essen und Trin­ken” und muss nicht “Aldi, “Lidl”, “ReWe”, “Ede­ka” getrennt auf­füh­ren. Dito “Klei­dung” anstatt “Ober­be­klei­dung”, “Unter­be­klei­dung”, “Kin­der­be­klei­dung”, “Schu­he”.

Im Über­sichts­blatt in der Spal­te E ist eine Pro­zent­funk­ti­on inte­griert, mit der man den pro­zen­tua­len Anteil einer der 20 Aus­ga­be­ka­te­go­rien an den Aus­ga­ben sehen kann.

Ganz oben wer­den alle Ein- und Aus­ga­ben auto­ma­tisch zusam­men­ad­diert und man erhält dann die Monats­sal­den und eine Jahreszahl.

Für eine Vor­aus­pla­nung des Jah­res bie­tet es sich zur Ver­ein­fa­chung an, “den täg­li­chen Klein­kram” in einer Gesamt­zahl im Über­sichts­blatt ein­zu­tra­gen. Man kann auch die Datei kopie­ren, die Vor­aus­pla­nung geson­dert abspei­chern, in einer neu­en Datei die tat­säch­li­chen Ein- und Aus­ga­ben ein­tra­gen und dann am Ende des Jah­res einen Soll-Ist-Ver­gleich machen, was ein­ge­tre­ten ist und was nicht.

Die­se Vor­ge­hens­wei­se genügt kei­nen Pro­fi-Ansprü­chen mit mehr­jäh­ri­ger Pla­nung, Abschrei­bun­gen, Umsatz­steu­er­bu­chun­gen etc.. Aber für einen Ein­stieg in eine Buch­hal­tung bie­tet die­se klei­ne Datei schon eini­ges und ist weit bes­ser als ein hand­schrift­li­ches Haus­halts­buch, mit dem man nie die­se län­ger­fris­ti­ge Über­sicht “auf einem Blick” bekommt.

Wich­tig: Regel­mä­ßi­ges Sichern der Datei auf immer zwei Medi­en — etwa Fest­plat­te und einem USB-Stick oder der Spei­cher­kar­te des Smart­pho­nes — nicht ver­gess­sen.

Enquete-Kommission Klimaschutzstrategie 2030

Auf der Inter­net­sei­te des Grü­nens Lan­des­ver­ban­des wer­den eini­ge (vie­le) Fra­gen beantwortet:

FAQ: Alle Infos zur Kli­ma­schutz­stra­te­gie 2030 und der Enquete-Kommission

https://gruene-bremen.de/faq-alle-infos-zur-klimaschutzstrategie-2030-und-der-enquete-kommission/

Letzt­lich gibt es eine Rei­he von Maß­nah­men, die durch­aus auch im Bereich des Lan­des bzw. der Stadt gemacht wer­den könn­ten. Auch ohne Bun­des­re­gie­rung. Ges­tern, Heu­te, Mor­gen. Stichworte:

  • Solar­dach­pflicht, Pho­to­vol­ta­ik­fas­sa­den mit Nut­zung der Mög­lich­kei­ten der Lan­des­bau­ord­nung und der Bebauungspläne
  • Aus­wei­sung von Windkraftanlagenflächen
  • Wind­kraft­an­la­gen und Gewer­be­flä­chen nicht als Gegen­satz sehen — wie in den letz­ten Bau­ab­schnit­ten des Bre­mer Industrieparks
  • Wesent­lich schnel­le­re Ein­schrän­kung von Park­mög­lich­kei­ten am Stra­ßen­rand (gegen hef­tigs­te Bürgerproteste)
  • Geneh­mi­gung von neu­en frei­ste­hen­den Häu­sern oder Rei­hen­häu­sen nur noch dann, wenn auf den Bau­flä­chen auch Park­mög­lich­kei­ten für Autos vor­ge­se­hen sind
  • Viel mehr öffent­li­cher Per­so­nen­nah­ver­kehr in deut­lich güns­ti­ge­ren und schnel­le­ren Vari­an­ten als eine Stra­ßen­bahn mit etwa Trollybussen
  • Bau min­des­tens einer Bio­gas­an­la­ge für bio­ge­nen städ­ti­schen Abfall (z.B. Laub) in Koope­ra­ti­on mit pri­va­ten Zulieferern
  • Kei­ne Stel­ler­laub­nis für Imbis­se mit tie­ri­schen Pro­duk­ten (z.B. Döner­spie­ße) auf öffent­li­chen Flächen

Man könn­te noch viel mehr Punk­te anfüh­ren. Alles Maß­nah­men, für die es von einem Groß­teil der Bevöl­ke­rung im Zwei­fel kei­nen Applaus geben wird. Wird man das AB JETZT umset­zen? 2030 ist ja nicht mehr lan­ge hin, wo schon viel umge­setzt sein soll.

Letzt­lich gilt: “Man kann die Ener­gie­wen­de nicht her­beil­a­bern, man muss sie machen.! Und das eben auch gegen erheb­li­che Wider­stän­de brei­ter Bevöl­ke­rungs­krei­se und gro­ßer Unter­neh­men. Wenn etwa ein Daim­ler-Werk in Bre­men ein 2,5 Ton­nen Elek­tro-SUV her­stellt, ist das NICHT die Zukunft. Die Zukunft wäre es, wenn das Werk ein wet­ter­ge­schütz­tes Las­ten-E-Bike her­stellt. Oder wenigs­tens E‑Autos im Maß­stab eines japa­ni­schen Kei-Cars. Wer sagt denen das?

Hafenthemen im Ausschuss vom 9.12.2021

Ein­ge­la­den war der ehe­ma­li­ge Staats­rat im Wirt­schafts- und Häfen­res­sort Herr Hese­ler, der sein Wis­sen im Ruhe­stand der Initia­ti­ve Stadt­bre­mi­sche Häfen (ISH) zur Ver­fü­gung stellt und sich dort enga­giert. Die ISH hat ca. 50 Mit­glieds­fir­men. Unser Bei­rats­mit­glied Die­ter Stein­feld hat­te im Vor­feld auf Bit­ten einen klei­nen Fra­ge­ka­ta­log erstellt.

Ins­ge­samt betrach­tet sind die Fir­men bis­her gut durch die Pan­de­mie gekom­men. Natür­lich gab und gibt es erheb­li­che Ver­än­de­run­gen bzw Erschwernisse/Verwerfungen — Stich­wort Con­tai­ner­lo­gis­tik — die alle an der Trans­port­ket­te betei­lig­ten Fir­men her­aus­for­dern. Nach­fol­gend eini­ge wei­te­re inter­es­san­te Punk­te für die Zukunft.

Wenn der Gewer­be­ent­wick­lungs­plan 2030 end­gü­lig vor­liegt, dann möch­te man sei­tens der ISH ger­ne einen Mas­ter­plan erar­bei­ten, der die Poten­tia­le aus dem Weser­tun­nel für die Gewer­be­ge­bie­te beid­seits des Flus­ses beleuch­tet. Bereits heu­te spürt man ein gestei­ger­tes Inter­ess­se an den Lagen.

Es wur­de Bereit­schaft signa­li­siert, den Stadt­teil­bei­rat in sei­ner For­de­rung nach einer Füh­rung einer Bus­li­nie durch den Weser­tun­nel zu unter­stüt­zen. Aus Sicht der Grü­nen Grö­pe­lin­gen bedarf es hier­für ande­rer Bus­se, die die Mit­nah­me von Fahr­rä­dern ermög­li­chen. Oder die Ein­rich­tung von Fahr­rad­leih­sta­tio­nen oder E‑S­coo­ter-Sta­tio­nen an den (End)punkten der Hal­te­stel­le des Bus­ses, damit auch alle Fir­men in den weit­läu­fi­gen Gebie­ten gut ohne Auto erreicht wer­den können.

Dem Weser-Kurier konn­te man am Fol­ge­tag ent­neh­men, das die Abtei­lun­gen des Unter­neh­mens DHL 2023 ihren Stand­ort an der Hüt­ten­stra­ße ver­las­sen und mit den Express-Akti­vi­tä­ten in einen Neu­bau auf dem “Kra­gesge­län­de” umzie­hen wer­den. Ande­re Abtei­lun­gen zie­hen ander­wei­tig um. Wel­che Plä­ne es für das Gelän­de, auf dem ein­mal über 1.000 Men­schen Arbeit gefun­den habe, dann gibt, das ist der­zeit nicht bekannt. Insi­der mun­keln von einer völ­li­gen Neu­pla­nung mit Abriss von Altgebäuden.

Die Aus­schrei­bung für das GTL-1-Gelän­de um den Ölha­fen wur­de kürz­lich been­det. Ergeb­nis­se sind aller­dings noch nicht bekannt und fol­gen im Q1 2022. Eine Wie­der­nut­zung des Ölha­fen­be­ckens wird aller­dings als unwahr­schein­lich ange­se­hen — evtl. könn­te der Bereich auch zuge­schüt­tet werden.

Foto zur öffent­li­chen Aus­schrei­bung der WfB, Bild­rech­te dort

Die Flä­che im Ein­gangs­be­reich der Hüt­ten­stra­ße im Eigen­tum der Fa. Zech soll saniert sein. Eine opti­ma­le Ver­mark­tungs­mög­lich­keit ergibt sich viel­leicht aber auch erst nach Fer­tig­stel­lung des Wesertunnels.

Die hol­län­di­sche Red­sun-Grup­pe hat­te ihre Akti­vi­tä­ten im z.B. Stein- und Salz­um­schlag von der Water­berg­stra­ße bei Weser­port eigen­stän­dig in den Kap-Horn-Hafen ver­la­gert und dort neue Hal­len­ka­pa­zi­tä­ten gebaut. Hier soll auch noch mehr gemacht wer­den in den nächs­ten Jahren.

Die Fir­ma TSR hat das Ergeb­nis des von ihnen selbst beauf­trag­ten Lärm­gut­ach­tens mitt­ler­wei­le vor­lie­gen und ist in Gesprä­chen mit den Behör­den. Schön wäre es, wenn auch der Stadt­teil­bei­rat ein­be­zo­gen wer­den wür­de. Eine Idee aus unse­rer Stadt­teil­grup­pe ist, das beson­ders gro­ße Stahl­tei­le nicht mehr nachts in die Press­an­la­ge kom­men. Denn bei der Besich­ti­gung vor Ort wur­de deut­lich, das beson­ders das zu Lärmspit­zen führt — neben dem Lade­ge­schäft. Es müss­te mög­lich sein, das die Kran­an­la­gen sol­che Groß­tei­le zur Sei­te legen und tags­über zerkleinern.

Beim Land­strom für Schif­fe ist Bre­men zwi­schen­zeit­lich welt­weit vor­bild­lich auf­ge­stellt. Inwie­weit ver­al­te­te Schif­fe die Nut­zung des Land­stroms ver­hin­dern, das konn­te nicht beant­wor­tet werden.

Beim The­ma Ener­gie­wen­de wur­de deut­lich, das die Unter­schied­lich­keit der Unter­neh­men ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen erschwe­ren. Z.B. hat jede Fir­ma ihre eige­nen Ver­trä­ge für den Strom‑, Kraft­stoff- und Wär­me­be­zug und je nach Gewich­tung, Bedarf und Lauf­zeit auch unter­schied­li­che Prei­se. Des­halb wird es wohl eher nicht dazu kom­men, das meh­re­re Fir­men z.B. eine klei­ne Gemein­schafts­wind­kraft­an­la­ge im Indus­trie­ha­fen bau­en wer­den. Aus unse­rer Grü­nen Sicht sind aber auch die­se und alle ande­ren Fir­men gehal­ten, sich recht­zei­tig Gedan­ken zu ihrer Ener­gie­ver­sor­gung zu machen. Denn andern­orts kann man beob­ach­ten, das der 2021 galop­pie­ren­de Preis für CO2-Zer­ti­fi­ka­te man­che ener­gie­in­ten­si­ve Fir­ma die nicht vor­ge­sorgt hat, in Bedräng­nis brin­gen kann.

Wich­tig war die Aus­sa­ge, das die Hafen­ei­sen­bahn eine ganz wich­ti­ge Rol­le spielt. Im Zuge der Ent­wick­lung zu “grü­nen Gewer­be­ge­bie­ten” kommt auch der Erreich­bar­keit des Bre­mer Indus­trie­parks per Schie­ne eine ggf. wich­ti­ge­re Bedeu­tung als bis­her zu. Des­halb plant die ISH auch zu die­sem The­ma die Abstim­mung mit dem Häfen- und den Wirtschaftsressort.

Das ist letzt­lich auch den Punkt, den wir Grü­nen Grö­pe­lin­gen beim The­ma Bahn­werk­statt zu Beden­ken geben. Klar ist es heu­te “An der Fin­ken­au” von der Bahn her gese­hen ruhig. Eine Abstell­an­la­ge ohne eine gute Lärm­schutz­wand wür­de erheb­li­chen Lärm ver­ur­sa­chen. Aber wir gehen davon aus, das von den Lärm­grenz­wer­ten her der Bau einer Lärm­schutz­wand not­wen­dig wer­den wird. Das mag dann immer noch lau­ter sein als heu­te ganz ohne Ver­kehr und man mag es des­halb ablehnen.

Aber wenn die­se Lärm­schutz­wand kommt, könn­te sie evtl. auch heu­ti­gen Spit­zen­lärm aus den Indus­trie­ha­fen redu­zie­ren. Und mit Blick auf 20, 30 … Jah­re in die Zukunft, könn­te sie den Lärm durch einen Anstieg des Güter­ver­kehrs auf den Glei­sen mehr zur Hafen­rand­stra­ße hin min­dern. Und die Anwoh­ner müs­sen sich ein­fach dar­über im Kla­ren sein, das die Hafen­bahn die seit 20 Jah­ren nicht mehr genutz­ten, aber plan­fest­ge­stell­ten Glei­se wie­der nut­zen könn­te und sie dann über­haupt kei­nen recht­li­chen Anspruch auf Lärm­min­de­rung hät­ten. Und dann hät­ten sie auch noch Die­sel­loks in Sicht­wei­te, die mit dem Plan­vor­ha­ben der Bahn­werk­statt aus­ge­schlos­sen sind.

Ins­ge­samt betrach­tet kann man davon aus­ge­hen, das die Fer­tig­stel­lung des Weser­tun­nels ab ca. 2025 die gesam­ten Indus­trie- und Gewer­be­flä­chen im Indus­trie­ha­fen und in Oslebs­hau­sen in eine buch­stäb­lich ganz ande­re Lage­qua­li­tät bringt. Die ande­re Weser­sei­te mit einem der euro­pa­weit erfolg­reichs­ten Güter­ver­teil­zen­tren ist dann “nur noch 5 Minu­ten ent­fernt” und nicht mehr wie heu­te eine Stun­de oderso.

Eine Bäckerei weniger — vielleicht nicht für immer?

Der ziem­lich tra­di­ti­ons­rei­che Bäcke­rei-Stand­ort Pas­to­ren­weg (Bäcke­rei Fischer) in Höhe Lin­den­hof­stra­ße hat lei­der vor kur­zem geschlos­sen. Für die Bäcke­rei Barnstorff war ein Betrieb offen­bar nicht mehr wirt­schaft­lich. Ver­wie­sen wird am Ein­gang auf die Filia­le der Bäcke­rei am Ende der Über­see­stadt. Das ist eher ein Witz, da der Weg dort­hin ja wei­ter ist als in die Innen­stadt. Uns haben schon eini­ge Stim­men erreicht, die die Schlie­ßung bedau­ern, da ein adäqua­ter Ersatz in der Umge­bung nicht zu fin­den sei. Ande­rer­seits natür­lich auch eine Chan­ce für Wett­be­wer­ber, die­se ent­stan­de­ne Lücke vom Preis-/Leis­tungs­ver­hält­nis her zu füllen.