Kein Bedarf für ein Fach­markt­zen­trum

Bre­mer Anzei­ger vom 22.10.2003

Grü­ne: Kein Bedarf für Fach­markt­zen­trum

Grö­pe­lin­gen. Der Bebau­ungs­plan 2291 legt für das Gebiet hin­ter dem Oslebs­hau­ser Bahn­hof bis zur Auto­bahn einer­seits und Pie­pen­gra­ben bis Schrage­stra­ße 1217 ande­rer­seits unter ande­rem ein Gewer­be- und Son­der­ge­biet Ein­zel­han­del fest.
„Im Son­der­ge­biet sind Güter des täg­li­chen Bedarfs aus­ge­schlos­sen. Statt­des­sen soll zum Bei­spiel ein Fach­markt-Zen­trum ansäs­sig wer­den”, erläu­ter­ten Ver­tre­ter der Frak­ti­on von Bünd­nis 90/Die Grü­nen im Grö­pe­lin­ger Bei­rat, bei denen ins­be­son­de­re das Fach­markt-Zen­trum auf Kri­tik stößt.
Der Bedarf eines sol­chen Zen­trums wer­de bezwei­felt und die Exis­tenz­ge­fähr­dung alt­ein­ge­ses­se­ner Ein­zel­han­dels- und Gewer­be­be­trie­be in Oslebs­hau­sen befürch­tet. „Wir sind sicher, dass ein Fach­markt-Zen­trum ver­stärkt zu- und abflie­ßen­de Ver­keh­re im Heer­stra­ßen­zug bewirkt, gera­de letz­te­res wür­de die Bemü­hun­gen zur Ver­kehrs­be­ru­hi­gung im Stadt­teil tor­pe­die­ren. Ein wei­te­res „‚Gewer­be­ge­biet‘ mit unab­seh­ba­ren Fol­ge­kos­ten wie zum Bei­spiel beim Space Park kön­nen wir uns nicht leis­ten!” so die Grü­nen.
Das gan­ze Pro­jekt sei laut Aus­sa­ge des Pla­nungs­am­tes vom Durch­stich eines Tun­nels am Oslebs­hau­ser Bahn­hof abhän­gig. „Hier müss­te min­des­tens eine wei­te­re Mil­li­on Euro inves­tiert wer­den, die die Stadt­ge­mein­de bei der aktu­el­len Haus­halts­la­ge eigent­lich nicht hat”, so die Grü­nen wei­ter, die das Pro­jekt für unaus­ge­go­ren hal­ten. Zudem ent­spre­che es nicht den Bedürf­nis­sen der Oslebs­hau­ser Bevöl­ke­rung. (el)

Nächt­li­che Ruhe­stö­rung aus dem Indus­trie­ha­fen

Bre­mer Anzei­ger vom 20.08.2003

Nächt­li­che Ruhe­stö­rung

Grö­pe­lin­gen. „Seit eini­gen Tagen ist es nachts sehr laut im Stadt­teil. Die nächt­li­chen Geräu­sche kom­men aus Rich­tung des Hafens oder der Stahl­wer­ke Bre­men und hören sich danach an, als ob dicke Metall­plat­ten umge­schich­tet wer­den oder bei den Stahl­wer­ken Kon­ver­ter zur Eisen­ver­ede­lung betrie­ben wer­den. Selt­sa­mer­wei­se ist tags­über nichts zu hören!”, so Rolf Wro­blew­ski, Grü­nes Bei­rats­mit­glied.

Gera­de bei die­sen Tem­pe­ra­tu­ren, bei denen zahl­rei­che Men­schen auch nachts die Fens­ter geöff­net haben, sei der Lärm eine Zumu­tung, schließt sich auch Bei­rats­mit­glied Hell­mut Kas­ten an. Zudem lie­ge das DIAKO in unmit­tel­ba­ren Lärm­be­reich, sodass auch die Kran­ken von Beläs­ti­gun­gen betrof­fen sei­en, befürch­ten bei­de.

Die Grü­nen Bei­rats­mit­glie­der konn­ten die Lärm­quel­le bis­her nicht mit Genau­ig­keit orten und hof­fen nun, mit einer öffent­li­chen Bericht­erstat­tung für Abhil­fe sor­gen zu kön­nen. (el)

Nach­trag:

Hel­mut Kas­ten führ­te ein Tele­fon­ge­spräch mit Herrn Ebel, im Gewer­be­auf­sichts­amt zustän­dig für Lärm­pro­ble­me aus dem Hafen­be­reich.

Herr Ebel prüf­te umge­hend die Sach­la­ge und teil­te mit:
„Lärm­ver­ur­sa­cher in der Nacht des 13. und des 14.8. war die Fir­ma TSR Recy­cling GmbH & Co. KG, Water­berg­stra­ße. Aus Zeit­grün­den (Tide!) muss­ten Schif­fe zu die­sen Ter­mi­nen ent­la­den wer­den. Dabei kamen fol­gen­de Umstän­de zusam­men:

1. Schrott rutsch­te beim Lösch­vor­gang immer wie­der schlep­pend von der Hal­de.
2. Der Wind weh­te in Rich­tung Oslebs­hau­sen.
3. Wegen der Wär­me hat­ten vie­le ihre Fens­ter offen.

Zur Rechts­la­ge. Für See­ha­fen-Umschlags­an­la­gen gibt es Aus­nah­me­re­ge­lun­gen bezüg­lich der „TA Lärm”.
Die Mit­ar­bei­ter der Fir­ma sind jedoch ange­wie­sen, Lärm mög­lichst zu ver­min­dern.”

Nach­trag bei der Vor-Ort-Besich­ti­gung am 13.10.2003:

Initi­iert von Hel­mut Kas­ten wur­de gemein­sam mit Ver­tre­tern von SPD, CDU, FDP und BPB das Betriebs­ge­län­de besich­tigt. Anschlie­ßend fand im Bespre­chungs­raum der Fir­ma eine auf­ar­bei­ten­de Dis­kus­si­on mit dem Nie­der­las­sungs­lei­ter statt.

Die Fir­ma ist bemüht, die Lärm­be­läs­ti­gun­gen so gering wie mög­lich zu hal­ten. Ab 22:00 Uhr soll nach Mög­lich­keit über­haupt kein Lärm ent­ste­hen. Inso­fern waren die Vor­komm­nis­se aus Fir­men­sicht als abso­lu­te Aus­nah­me zu betrach­ten. Aus wirt­schaft­li­chen Grün­den kann aber eine zukünf­ti­ge über­mä­ßi­ge Lärm­ver­ur­sa­chung nicht zu 100% aus­ge­schlos­sen wer­den. Die Fir­ma erläu­ter­te ihre geplan­ten Maß­nah­men zur Ver­rin­ge­rung der Ein­tritts­wahr­schein­lich­keit die­ses Fal­les.

Auch wenn die TA Lärm kei­ne Anwen­dung fin­det, ergibt allein auf­grund der Nähe zum Kran­ken­haus aller­dings eine beson­de­re Pro­ble­ma­tik. Daher wer­den die Lärm­im­mis­sio­nen aus dem Hafen nach Aus­sa­ge der Fir­ma auch in Abstän­den vom Gewer­be­auf­sichts­amt gemes­sen.

Auf ruhi­gen Wegen zum Bade­see

Weser Kurier vom 03.08.2003

Auf ruhi­gen Wegen zum Bade­see

Durch die neue Brü­cke ist der Feld­mark­see bes­ser zu errei­chen / Aus­schil­de­rung ange­regt

Von Mar­tin Boll­mann

Noch ist der neue Weg zum Wal­ler Feld­mark­see ein ech­ter Geheim­tipp. Seit der Fer­tig­stel­lung der Brü­cke über den Schirm­deich­gra­ben kom­men die Grö­pe­lin­ger auf ruhi­gen Wegen an das Bade­ge­wäs­ser.

Jah­re­lang haben sich Kom­mu­nal­po­li­ti­ker wie das grü­ne Bei­rats­mit­glied Hel­mut Kas­ten für den Bau der Brü­cke über den Schirm­deich­gra­ben stark gemacht. Damit soll­te erreicht wer­den, dass die Grö­pe­lin­ger nicht immer den stark befah­re­nen Mit­tel­wisch­weg benut­zen müs­sen, um an den belieb­ten Bade­see zu gelan­gen. Seit die­ser Bade­sai­son kann die Brü­cke — und der gut aus­ge­bau­te Weg ent­lang des Maschi­nen­flee­tes — von den Aus­flüg­lern nun end­lich genutztt wer­den.

Eigent­lich hät­te Kas­ten die Brü­cke zwar lie­ber in der Ver­län­ge­rung des Marsch­we­ges gese­hen: „Die­ser Weg hät­te direkt durch das schö­ne Klein­gar­ten­ge­biet geführt. Der Weg am Maschi­nen­fleet ist dage­gen viel ein­sa­mer”, sagt Kas­ten. Mit der jet­zi­gen Lösung kann er den­noch gut leben, schließ­lich ist der Weg am Maschi­nen­fleet nicht der ein­zi­ge, der zur Brü­cke führt.

Wer es etwas gemüt­li­cher mag, kann auch den Weg durch das Par­zel­len­ge­biet nut­zen, in dem sich auch eini­ge Spiel­plät­ze befin­den. Aller­dings sei der Weg im Stadt­teil bis­lang kaum bekannt, bedau­ert Kas­ten und eine Aus­schil­de­rung daher gar nicht schlecht: „Ich wäre dafür, eine schö­ne Kar­te zu ent­wer­fen, damit dort die ver­schie­de­nen Wege, Gast­stät­ten und Spiel­plät­ze ein­ge­zeich­net wer­den”, meint der grü­ne Bei­rats­po­li­ti­ker.

Gewer­be­ge­biet Schrage­stra­ße: Neu nach­den­ken über alte Plä­ne

Bre­mer Anzei­ger vom 31.08.2002

Neu nach­den­ken über alte Plä­ne

Anbin­dung von Gewer­be­ge­biet Schrage­stra­ße noch ein­mal über­den­ken

Oslebs­hau­sen. Die Wei­ge­rung des Spe­di­ti­ons­un­ter­neh­mers Schimm­ler, die für den neu­en Auto­bahn­zu­brin­ger Oslebs­hau­sen benö­tig­te Flä­che sei­nes Grund­stücks an die Stadt zu ver­kau­fen, birgt nach Ansicht der bau­po­li­ti­schen Spre­che­rin der grü­nen Bür­ger­schafts­frak­ti­on neue Spiel­räu­me für die dor­ti­ge Ver­kehrs­füh­rung. „Die fest­ge­fah­re­ne Eigen­tü­mer­si­tua­ti­on bie­tet die Chan­ce, die Plä­ne für den Auto­bahn­zu­brin­ger Rit­ter­hu­de noch ein­mal zu über­den­ken” , erklärt Karin Kru­sche.

Das 1997 vom BUND vor­ge­leg­te Kon­zept, das von den Grü­nen unter­stützt wur­de, ist für die dort leben­den Men­schen von Vor­teil. Das von Peter Mül­ler aus­ge­ar­bei­te­te Ein­bahn­stra­ßen­sys­tem wür­de das Gewer­be­ge­biet effek­tiv anbin­den, ohne die Anwohner/innen durch den Bau einer neu­en Stra­ße zusätz­lich zu belas­ten.”

Das ver­kün­de­te Ziel, die Wohn­qua­li­tät im Bereich Bau­erndob­ben zu ver­bes­sern und den Durch­gangs­ver­kehr zu ver­min­dern, wer­de mit der der­zeit geplan­ten Stre­cken­füh­rung nicht erreicht.

Eine Tras­se an die­ser Stel­le führt zu einer erhöh­ten Ver­kehrs­be­las­tung auf der Oslebs­hau­ser Heer­stra­ße und damit zu einer erhöh­ten Lärm­be­läs­ti­gung für die Anwohner/innen. Zudem müss­ten teu­re Lärm­schutz­wän­de und -wäl­le teil­wei­se wie­der abge­baut wer­den, die auf Kos­ten des Steu­er­zah­lers errich­tet wor­den sind”, betont Hel­mut Kas­ten, für die Grü­nen im Bei­rat Grö­pe­lin­gen. Der Ent­wurf vom BUND wür­de zusätz­li­che Lärm­schutz­maß­nah­men über­flüs­sig machen. Hel­mut Kas­ten: „Anstatt noch län­ger mit den Bau­tä­tig­kei­ten zu war­ten, for­dern wir den Senat auf, die­se Plä­ne noch ein­mal zu bera­ten.”

Zukünf­ti­ge Nut­zung der JVA klä­ren

28.04.2002. „Die Ver­le­gung der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Oslebs­hau­sen braucht ein schlüs­si­ges Gesamt­kon­zept”, da ist sich Hel­mut Kas­ten von der grü­nen Stadt­teil­grup­pe nach­wie­vor sicher. Ihrer Ansicht nach gehö­ren zu die­sem Kon­zept neben den Pla­nun­gen für die Ver­le­gung der JVA in das Are­al In den Wischen auch Über­le­gun­gen, was mit den Gebäu­den, in denen jetzt die JVA unter­ge­bracht ist, gesche­hen soll.

Die Gebäu­de der jet­zi­gen Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt prä­gen das Oslebs­hau­ser Stadt­bild”, urteilt Hel­mut Kas­ten, grü­nes Mit­glied im Grö­pe­lin­ger Bei­rat. „Eini­ge die­ser Gebäu­de ste­hen unter Denk­mal­schutz, so dass die Stadt­ge­mein­de hier sowie­so in einer beson­de­ren Pflicht steht.” Aber es geht nicht nur um den mate­ri­el­len Fort­be­stand der Gebäu­de, an die sich die Men­schen in Oslebs­hau­sen und Grö­pe­lin­gen über Gene­ra­tio­nen gewöhnt haben. „Mit den Frei­gän­ger-Häu­sern wird auch in Zukunft ein Teil der Gebäu­de für den Voll­zug genutzt wer­den”, erläu­tert Kas­ten. Sinn­voll ist für Kas­ten auch die Über­le­gung, den Frau­en­voll­zug, der jetzt in den Wischen ange­sie­delt ist, in die JVA Oslebs­hau­sen zu ver­le­gen, nach­dem die Män­ner umge­zo­gen sind. „Bei allen Defi­zi­ten, die die JVA vor allem im bau­li­chen Bereich und in der Aus­stat­tung hat, müs­sen wir fest­hal­ten, dass die Anbin­dung an den ÖPNV sehr gut gelun­gen ist. Gleich­wer­ti­ges für die neue Straf­voll­zugs­an­stalt müs­sen wir erst noch bewerk­stel­li­gen”, weist Kas­ten auf die Pro­ble­me hin, die mit einem Neu­bau in den Wischen zu bewäl­ti­gen sein wer­den. Zur Erin­ne­rung: Der Grö­pe­lin­ger Bei­rat hat auf sei­ner letz­ten Sit­zung am 20. März ein­stim­mig der Ver­le­gung der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt von Oslebs­hau­sen auf das Are­al der jet­zi­gen Frau­en- und Jugend­voll­zugs­an­stalt In den Wischen zuge­stimmt. „Ich habe der Ver­le­gung zuge­stimmt, weil die­se alle­mal bes­ser ist als die vom Sena­tor für Jus­tiz geplan­te Aus­wei­tung des Gelän­des am bis­he­ri­gen Stand­ort. Auch ist die jet­zi­ge JVA für einen moder­nen Straf­voll­zug nur noch sehr ein­ge­schränkt nutz­bar”, erklärt Kas­ten sei­nen Stand­punkt. Er fügt aller­dings hin­zu: „Die Zustim­mung des Bei­rats darf nicht als Blan­ko­scheck ver­stan­den wer­den. Auch zukünf­tig muss der Bei­rat umfas­send und zeit­nah an den Pla­nun­gen betei­ligt wer­den.”

Wenn ich auf den bis­he­ri­gen Ver­lauf der Ent­schei­dungs-fin­dung zurück­bli­cke, dann wäre es ver­mut­lich sinn­vol­ler gewe­sen, ein Media­ti­ons­ver­fah­ren durch­zu­füh­ren, das die ver­schie­de­nen Inter­es­sen unter neu­tra­ler Mode­ra­ti­on an einen Tisch gebracht hät­te”, resü­miert Kas­ten den Zwi­schen­stand. „Aber für das wei­te­re Ver­fah­ren lässt sich ja dar­aus ler­nen.”

Zum wei­te­ren Ver­fah­ren gehört aus sei­ner Sicht auch die Fra­ge nach der zukünf­ti­gen Nut­zung der jet­zi­gen JVA: „Wir müs­sen sorg­sam über­le­gen, was pas­sie­ren soll und was zu die­sem Stadt­teil passt.” Bei­spie­le für ein gelun­ge­ne Nut­zung sieht Kas­ten im all­seits bekann­ten Licht­haus und in der Oes­sel­mann­schen Vil­la, die von dem Ver­ein Schat­ten­riss genutzt wird. Ver­gleich­ba­res muss auch für die JVA ent­wi­ckelt wer­den. „Ich wün­sche mir eine stö­rungs­freie Nut­zung — so wie jetzt — und eine Nut­zung, die sich auch für den Stadt­teil aus­zahlt. Kei­ne leich­te Auf­ga­be”, gibt Kas­ten zu beden­ken.

Bis­lang gab es eine rege Dis­kus­si­on um die Ver­le­gung der JVA”, so Kas­ten abschlie­ßend. „Ich möch­te, dass das so bleibt, und dass die­se Impul­se auch in die Ent­schei­dungs­fin­dung ein­ge­hen.”

Grü­ne: Öffent­li­chen Sach­ver­stand nut­zen

Mehr Trans­pa­renz in der Bei­rats­ar­beit

17.12.2001. Anläss­lich der Sit­zung des Bau­aus­schus­ses beim Grö­pe­lin­ger Bei­rat am Mon­tag, den 17. Dezem­ber, sieht sich Hel­mut Kas­ten, Bei­rats­mit­glied für Bünd­nis 90/ Die Grü­nen, gezwun­gen, noch­mals dar­auf hin­zu­wei­sen, dass es sinn­voll ist, die Öffent­lich­keit mög­lichst früh­zei­tig in Dis­kus­si­ons­pro­zes­se ein­zu­be­zie­hen.

Drei wich­ti­ge The­men ste­hen auf der Tages­ord­nung, und der Bau­aus­schuss tagt wie­der hin­ter ver­schlos­se­nen Türen”, muss­te Kas­ten nach einem Blick auf die Ein­la­dung fest­stel­len. Dabei bezwei­felt Kas­ten gar nicht, dass es sinn­voll ist, wenn sich der Aus­schuss über The­men infor­miert. „Aber es muss unter­schie­den wer­den zwi­schen Infor­ma­ti­on und Vor­ent­schei­dung,” weiß Kas­ten aus Erfah­rung. Der Tages­ord­nung konn­te er ent­neh­men, dass neben dem The­ma „Stand­or­te für UMTS-Sen­de­an­la­gen in Grö­pe­lin­gen” auch über „Aus­gleichs­maß­nah­men für Ein­grif­fe in die Stadt­teilöko­lo­gie” und über die „Orts­teil­ent­wick­lung Oslebs­hau­sen” infor­miert wer­den soll. Zu allen The­men wur­den Ver­tre­ter der zustän­di­gen Ämter ein­ge­la­den. „Die ste­hen dann vor uns sie­ben Aus­schuss­mit­glie­dern, als ob wir mit die­sen The­men nicht gleich in die Öffent­lich­keit gehen könn­ten”, moniert Kas­ten und weist dar­auf hin, dass die­se Vor­ge­hens­wei­se nicht son­der­lich öko­no­misch ist.

Gera­de bei dem The­ma UMTS-Sen­de­an­la­gen weiß Kas­ten, dass dies vie­len Men­schen unan­ge­nehm unter den Nägeln brennt. Aber nicht nur das: „Wir müs­sen auch davon aus­ge­hen, dass sich vie­le dar­über schon selbst infor­miert haben oder gro­ßes Inter­es­se haben, infor­miert zu wer­den.” Dem muss auch Rech­nung getra­gen wer­den, bspw. indem das The­ma auf die Tages­ord­nung einer öffent­li­chen Bei­rats­sit­zung gesetzt wird. Kas­ten for­mu­liert es ganz klar: „War­um soll­ten wir auf vor­han­de­nen Sach­ver­stand ver­zich­ten. Nur weil wir in einem Aus­schuss sit­zen, sind wir ja nicht schlau­er als ande­re.”

Die bis­he­ri­ge Vor­ge­hens­wei­se muss noch­mals über­dacht wer­den. „Sicher­lich las­sen sich Mög­lich­kei­ten fin­den, mehr als bis­her wich­ti­ge The­men in der Öffent­lich­keit zu dis­ku­tie­ren. Schließ­lich muss auch klar wer­den, auf wel­cher Grund­la­ge der Bei­rat ent­schei­det”, fasst Hel­mut Kas­ten abschlie­ßend zusam­men.

Ver­än­der­te Lini­en­füh­rung bei der Linie 10 nicht ver­tret­bar

Grü­ne: Anbin­dung des Space Park an den ÖPNV muss auf die Tages­ord­nung

28.11.2001. Über­le­gun­gen, die Linie 10 im Rah­men der Ver­kehrs­an­bin­dung des Space Park auf die Hafen­rand­stra­ße umzu­lei­ten, sto­ßen bei der Grö­pe­lin­ger Stadt­teil­grup­pe auf ent­schie­den­de Ableh­nung. „Zwei­fel­los ist das ein wich­ti­ges The­ma für eine öffent­li­che Bei­rats­sit­zung”, for­mu­liert Hel­mut Kas­ten den Stand­punkt der Grö­pe­lin­ger Grü­nen, „die Bevöl­ke­rung muss sich recht­zei­tig ein Bild von den geplan­ten Ver­än­de­run­gen machen kön­nen.”

Der Bau-Aus­schuss beim Grö­pe­lin­ger Bei­rat hat sich bis­her in zwei Sit­zun­gen über die Ver­kehrs­an­bin­dung des Space Park infor­miert. „Zwei Sit­zun­gen hin­ter ver­schlos­se­nen Türen zu die­sem für Grö­pe­lin­gen wich­ti­gen The­ma sind genug”, fin­det Kas­ten, „jetzt ist es an der Zeit, auch die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit ein­zu­be­zie­hen.” Ver­än­der­te Lini­en­füh­run­gen wer­den für die Grö­pe­lin­ger Bevöl­ke­rung nicht fol­gen­los blei­ben — im posi­ti­ven wie im nega­ti­ven Sinn. „Die Linie 10 ab der Hal­te­stel­le Hafer­kamp auf die Hafen­rand­stra­ße umzu­lei­ten, um sie als direk­te Ver­bin­dung zwi­schen Space Park und Haupt­bahn­hof zu nut­zen, leh­nen wir in die­ser Wei­se ab”, stellt Kas­ten klar. Die bis­he­ri­ge Ver­tak­tung der Lini­en 2 und 10 auf dem Wal­ler und Grö­pe­lin­ger Heer­stra­ßen­zug ist gelun­gen und wird von der Bevöl­ke­rung auch ange­nom­men. „Unter­su­chun­gen der BSAG haben wie­der­holt bestä­tigt, dass die bis­he­ri­ge Lin­ein­füh­rung sinn­voll ist”, so Kas­ten. „Eine ver­än­der­te Lini­en­füh­rung ohne Kom­pen­sa­ti­on auf dem Heer­stra­ßen­zug bedeu­tet für etwa 10.000 Per­so­nen, die die­se Stre­cke täg­lich nut­zen, eine nicht ver­tret­ba­re Ein­schrän­kung.” Als Ersatz müss­te die Linie 2 zwi­schen Hafer­kamp und Betriebs­hof West (Depot) dann dop­pelt so oft fah­ren. Das ist wenig sinn­voll, weil sich gleich­zei­tig auf der Stre­cke zwi­schen Hafer­kamp und Sebalds­brück für die Linie 2 kei­ne Ver­än­de­run­gen erge­ben. Kas­ten sieht daher zwei Mög­lich­kei­ten als ver­tret­bar an: „Ent­we­der fährt die Linie 10 wie bis­lang und die Besu­che­rIn­nen des Space Park wech­seln am Betriebs­bhof West in einen Zubrin­ger­bus oder es gibt eine neue, direk­te Ver­bin­dung zwi­schen Haupt­bahn­hof und Space Park.” Kas­ten lässt aber kei­nen Zwei­fel dar­an, dass die zusätz­li­chen Kos­ten für die BSAG nicht aus dem Haus­halt der Stadt begli­chen wer­den: „Wer die zusätz­li­chen Leis­tun­gen bestellt, muss sie dann auch bezah­len. Das ver­steht sich doch von selbst!”

Kas­ten weist noch auf wei­te­ren Dis­kus­si­ons-Bedarf hin: „Die Anbin­dung des Brom­ber­ger Vier­tels an die Grö­pe­lin­ger Heer­stra­ße ist nach wie vor nicht zufrie­den­stel­lend.” Die BSAG selbst ver­folgt das Ziel, dass nie­mand wei­ter als 600 m von der nächs­ten Hal­te­stel­le ent­fernt ist. „Das ist in die­sem Quar­tier ein­deu­tig nicht erreicht”, so Kas­ten. „Natür­lich ist der Bedarf nicht mit dem Heer­stra­ßen­zug ver­gleich­bar”, räumt Kas­ten ein, „aber eine durch­dach­te Lini­en­füh­rung könn­te den Ein­satz eines Klein­bus­ses ver­tret­bar machen.” Die­ser könn­te selbst die Lin­den­hof­stra­ße mit der geplan­ten Geschwin­dig­keits­be­gren­zung auf 30 km/ h nut­zen, ohne an Attrak­ti­vi­tät zu ver­lie­ren.

Was liegt näher, als die Kom­pe­tenz derer zu nut­zen, die täg­lich mit Stra­ßen­bahn und Bus fah­ren”, fasst Kas­ten abschlie­ßend zusam­men, „dafür ist eine öffent­li­che Bei­rats­sit­zung gut geeig­net.”